2Globetrotter.de
Erlebnisse einer einjährigen Weltreise.

.:. Reiseberichte ..........................................................................................................................................


Around Annapurna

hinzugefügt von Patricia am 04 Oct 2010 um 14:16
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Ein langer Trek und ein viel zu langer Bericht ;-)
Bilder dazu unter Bilder oder direkt hier

Ankunft in Kathmandu
Sa, 15.05.2010

Um ca. 22 Uhr kam unser Flieger am internationalen Flughafen von Kathmandu bzw. an einem kleinen verlassenen Flughafen irgendwo in Nepal an. Wir waren "relativ" gut vorbereitet - die benötigten Passfotos hatten wir noch schnell in Hong Kong (von einem Pakistani mit Mini-Digicam und knall blaüm Hintergrund, so dass meine Haare auf den Bildern grün sind) machen lassen, die 40 US$ pro Person jedoch konnten wir nicht mehr wechseln lassen, da es am Flughafen in Hong Kong keine US$ gab. Also hofften wir auf einen ATM am internationalen Flughafen von Nepal!

Zunächst mussten wir erst mal den ganzen VISA-Kram ausfüllen und uns anstellen... erst standen wir auch richtig an, bis uns ein wichtig erscheinender Mann sagte, wir sollten uns in die andere Schlange anstellen. Endlich an der Reihe hiess es dann: Wo ist der Beleg, dass ihr in der ANDEREN Schlange schon das Geld für das VISA bezahlt habt? So bekamen wir erst mal nur einen halben Stempel und mussten nun das Geld beschaffen... Weit und breit kein Geldautomat zu sehen - nur eine Wechselstube, wo wir wenigstens fragen konnten: Der ATM ist außerhalb des Gebäudes! Also musste Andreas erst mal das Gebäude ohne VISA verlassen um Geld abzuheben. Da wir allerdings nach zehn Uhr abends hatten und in Kathmandu sowieso öfters der Strom ausfällt, funktionierte der ATM natürlich nicht! Aber kein Problem: Vor der Tür standen, wie wahrscheinlich jeden Abend, ca. 100 Nepalis, die Andreas anboten, ihm das Geld zu leihen und uns dann mit in IHR Hostel zu nehmen. Zum Glück hatten wir schon ein Hostel per Internet im Voraus gebucht - mit Abholservice! Das heisst auch unser Manager stand mitten unter den Wetteifernden und konnte und das Geld glücklicherweise vorstrecken.

Wieder im Flughafen mussten wir dann die söben erworbenen 6.500 Rupies erst mal in der Wechselstube, die sofort danach schloss, wieder in US$ wechseln, da für das VISA keine Rupies angenommen werden. Die nehmen ihr eigenes Geld nicht an???
Als Letzte aus unserem Flieger bekamen wir dann auch endlich unseren VISA-Stempel und wurden im Auto des Managers durch ruhige, einsame Straßen zum Hostel kutschiert.

Nach der ganzen Hektik konnten wir gut schlafen! Das Zimmer mit eigenem Bad war ca. fünf Mal so groß, wie das in Hong Kong, dafür hatte es keine Klimaanlage sondern nur einen Ventilator, der natürlich nicht funktioniert, wenn der Strom ausfällt...

 
Kathmandu & die Frage ob mit oder ohne Porter und/oder Guide
So, 16.05.2010

Nach unserem ersten nepalesischen Frühstück machte uns unser Manager einige Angebote für den Annapurna Trek mit Porterguide (Porter & Guide in Einem):
15 US$ für einen Porterguide pro Tag oder ein 18-Tage-Komplettpaket inkl. Porter, beiden Permits (Genehmigungen), Busticket, Frühstück, Mittag- & Abendessen und Unterkunft für 690 US$ pro Person. Für Essen und Unterkunft soll man, sofern man nicht das Komplettpaket bucht, ca. 25 - 30 US$ pro Tag und Person einplanen - soweit die "Fakten".

Natürlich redete er uns auch ins Gewissen, dass man einer Familie hilft, wenn man einen Guide arrangiert und dass er nichts von dem Geld bekommen würde und dass die "Notfall"-Porter auf dem Weg je nach dem nicht vertraünswürdig sind und mit deinem Gepäck davon laufen... Wir, leicht zu beeinflussenden, machten uns also den ganzen Tag Gedanken, bis wir schließlich zu dem Entschluss kamen uns nicht beeinflussen zu lassen und es so zu machen wie geplant - also ohne Porter und ohne Guide! Wenn, dann kaufen wir uns 'nen Esel!!! Ohne Porter können wir unser eigenes Tempo gehen, ohne befürchten zu müssen evtl. zu langsam zu sein. Wir sind von Niemandem abhängig und können somit dort bleiben, wo wir wollen und nicht wo Jemand anderes möchte. Wir müssen nicht darüber nachdenken, dass ein Porter ja mehr kostet je länger man bleibt/braucht und je mehr Umwege man macht und müssen uns auch über Niemanden ärgern außer vielleicht über uns selbst - die Erfahrung mit den kaum englisch sprechenden Guides, mit denen man sich kaum unterhalten kann haben wir in Südamerika schon gemacht. Außerdem brauchen wir so kein schlechtes Gefühl haben, dass jemand anderes unsere Sachen schleppt, sondern können selber das gute Gefühl haben, es auch wirklich geschafft zu haben!
Schweren Herzens teilten wir also unsere Entscheidung unserem Manager mit und waren nach einem Tag in Kathmandus lauten, hektischen und unübersichtlichen Straßen froh, das Hostel fürs Abendessen nicht mehr verlassen zu müssen und unseren Manager wenigstens ein bisschen glücklicher zu machen bzw. ihm doch noch ein bisschen Geld einzubringen ;-)


Vorbereitungen für den Trek
Mo, 17.05.2010

Zwei Genehmigungen benötigt jeder Trekker, der den Annapurna Circuit wandern möchte: ACAP und TIMS. Diese beiden Dokumente muss man sich, wenn man keinen Guide hat, selbst besorgen! Nachdem wir uns den Tag zuvor schon einmal verlaufen hatten und uns Niemand, trotz Karte, sagen konnte wo wir uns befinden und wo wir hin müssen, liefen wir nun immer auf die Karte schaünd los - und fanden den Weg! Und überlebten ihn sogar!!! Die Straßenüberqürungen waren echt haarsträubend! Das Beste ist, sich einer Gruppe Einheimischer anzuschließen und denen dann quasi in die Hacken tretend über die Straße folgen - nur so kann man das irgendwie überleben! Unsere Dokumente bekommen wir recht flott und sind ca. 6000 Rupies (ca. 65 Euro) und je 4 Passfotos ärmer.

Zurück im Hostel lassen wir unseren Manager für uns den Touristenbus nach Besi Shahar buchen und begeben uns an unsere Rucksäcke... Einmal Probepacken, alles wieder auspacken, noch etwas rauspacken und alles wieder einpacken. Leider hatten wir damals keine Waage und wussten also den ganzen Trek über nicht, wie viel Kilo wir mit uns rumschleppen - aber nach drei Tagen wandern sollte man sich ja sowieso an das Laufen und das Gewicht auf dem Rücken gewöhnt haben.
Heute wissen wir, dass mein Rucksack ca. 11 Kilo inkl. 2 Liter Wasser und Andreas ca. 13.5 Kilo inkl. Wasser gewogen hat.


TAG 1
Di, 18.05.2010
(Kathmandu -) Besi Shahar - Bhulbhule

Busfahrt
Morgens früh wurden wir vom Sohn des Managers zur Bushaltestelle gebracht. Er wartete sogar mit uns, bis der Bus, verspätet natürlich, auch wirklich kam. Zunächst schien unser Touristenbus auch wirklich einer zu sein, da nur zwei weitere Touris und deren Porter & Guide mit einsteigen und wir, nachdem unsere Rucksäcke trotz leerem Bus auf dem Dach verstaut worden waren, losfuhren. Nachdem wir noch eine Chinesin samt Porter eingeladen hatten, machte sich der Bus auf die Suche nach weiteren Mitfahrern - an jedem Busplatz in Kathmandu wurde angehalten und mit an der Strasse stehenden Leuten noch während der Fahrt verhandelt - so dass der Bus nur anhalten musste, wenn die Leute auch wirklich mitfahren wollten. Irgendwann wurden die ständigen Stopps weniger und wir verließen die Hauptstadt. Leider wurde das ständige Hupen trotz weniger Autos nicht weniger - vor jeder Kurve wurde gehupt, jedes entgegenkommende und jedes zu überholende Auto / Moped wurde angehupt (egal, ob man sich schon meilenweit vorher sehen konnte oder nicht), jeder Fußgänger, ja sogar die, die schon zur Seite gehüpft/gegangen waren wurde angehupt und sogar jede Kuh, jeder Esel, jede Ziege, die sich etwas zu nah am Straßenrand befand wurde angehupt... Schon deshalb konnte man auf dieser Busfahrt kein Auge zu machen, aber die Straßenverhältnisse und die Nepali Fahrweise gaben ihr übriges dazu... rasen & bremsen & wieder rasen, einspurige Schotterpiste, riesige Felsbrocken auf der Straße, über die ein Nepali drüber fährt, anstatt drum herum. Nach ca. acht Stunden Busfahrt kamen wir in Besi Shahar an und wurden gleich zur Umsteigestelle in den Minibus gebracht. Da alle anderen weiter fuhren, wir geschafft waren von der Busfahrt, Andreas mega Kopfschmerzen hatte und uns keiner sagen konnte, wo der Trek anfängt, entschlossen wir uns auch weiter zu fahren. Gerade so passten wir fünf Touris noch in den schon proppe vollen Bus und doch fuhr er noch nicht los... irgendwann fiel uns auf, dass die Porter der anderen ja auch noch fehlten. Als sich der Bus in Bewegung setzte, hörten wir, wie ca. 15 Personen am Bus hochkletterten um auf dem Dach und somit auf unseren Rucksäcken Platz zu nehmen. Drinnen bekamen wir schon kaum noch Luft, als es endlich los ging - mit einem vollbepackten Bus über 4WD-Strecke! Nach einer halben Stunde mussten wir stoppen, da erst mal die Straße 'zu Ende' gebaut werden musste. Wir flüchteten aus dem Inneren des Busses auf das inzwischen leerer gewordene Dach. Ob das eine gute Idee war??? Als es weiter ging, bekamen wir ein "Death Road" Feeling! Die Abhänge waren genauso steil wie in Bolivien, vielleicht nicht ganz so tief, aber die Straße war in noch viel schlechterem Zustand und wer weiß wie viele Leute schon vom Dach gefallen sind, weil sie einen Ast ins Gesicht bekommen haben... Andreas Kopfschmerzen verflogen von der frischen Luft auf dem Dach - verflogen sich in meinen Kopf. Die Busfahrt hatte uns leider nicht nur müde, sondern mich auch krank gemacht - das Mittagessen, von dem ich sowieso nur die Hälfte gegessen hatte kam, bolivienmäßig hinten wieder raus und bei dem Geruch von Essen und dem Gedanken ans Mittagessen beinahe auch vorne... Das fängt ja gut an!!! Für Andreas auf jeden Fall - der durfte eine doppelte Portion Abendessen essen ;-)


TAG 2
Mi, 19.05.2010
Bhulbhule – Jagat

Start: Bhulbhule / 840 m NN / 7:15 Uhr
Ankunft: Jagat / 1300 m NN / 15:35 Uhr
780 m Aufstieg / 305 m Abstieg
6:20 h Laufzeit / 2:00 h Pause
ca. 16 km

1.Wandertag!
Nach einer recht erholsamen Nacht - obwohl ich zeitweise Angst um unsere Trockenheit hatte, da draußen unser erstes Monsun-Gewitter wütete - ging es mir am nächsten Morgen wieder gut und nach unserem ersten Treker-Früstück brachen wir auf. Vorbei ging's an kleinen Wasserfällen, durch Maisfelder und Reisterrassen. In den kleinen Dörfern wurden wir meist nett begrüßt und von den Kindern dann nach Schokolade gefragt....

Laschi zum Thema "Kinder wollen Schokolade"
Je häufiger Dörfer von Touristen heimgesucht werden desto mehr Kinder gibt es, die beim Anblick eines Touristen aufspringen und einem Schokolade oder Sweets fordernd hinterherlaufen. Die wenigen Snickers, die wir hatten, hätte ich unter Lebenseinsatz verteidigt, so haben die Kinder nie was gekriegt. Aber im Ernst: Wenn schon die Kinder lernen, dass sich Betteln bei Touris lohnt, ist das schlecht für beide Seiten. Es ist viel angenehmer wenn die Kinder einen ignorieren oder einem nur "Namaste" rufen und sich weiter mit ihren Spielen beschäftigen.

Zur Mittagspausenstelle ging's schon mal richtig bergauf. Oben angekommen fing es an zu tröpfeln und wir gönnten uns unsere letzte Cola; hier, wo noch eine Straße hinführt, wird der Müll (hoffentlich) nicht auf Nepali-Weise entsorgt.

Laschi zum Thema "Müll"
Das leidige Thema in allen armen Ländern. Während Kathmandu schon wieder schockierte: hier und in der Umgebung wird der Müll, wenn überhaut weggeräumt, dann nur zusammengekehrt und angezündet (die Touri-Strassen werden immer besser sauber gehalten), hielt sich der Müll auf dem Trek im Rahmen des Erträglichen. An vielen Stellen gibt es die Safe Drinking Water Stations, wo man für ca. 50 Euro-Cent ein Liter Wasser nachfüllen darf. Dass soll die Flut an Plastikflaschen in die Berge stoppen. Wasser ist ein Problem, da man auch den klarsten Bergbach nicht trinken darf, weil man nie weiß, ob nicht doch irgendwo unsichtbar oben ein Dorf liegt. Auch wenn kein Dorf das Wasser verschmutzt, soll es hier irgendwelche Einzeller geben, die der europäische Magen nicht verträgt. Die Flüsse werden fast überall als Mülltransport angesehen, es wird einfach alles hineingeworfen, mit Vorliebe von Hängebrücken aus: wenn man das sieht will man schreien. Das viele Schmelzwasser transportiert den Müll auch wirklich effektiv ab oder zumindest sind die Flüsse so sedimentreich, dass man den Müll nicht sieht. Kläranlagen gibt es natürlich auch nicht, so dass wohl auch die meisten anderen Abwasser im Fluss landen: daran musste ich immer denken, wenn ich die zahlreich angebotenen Wildwassertouren in Pokera sah. Einen mittlerweile großen Anteil an Plastikmüll (gewöhnlich Chips- und Nudeltüten) stellen FlipFlops dar, unzählige kaputte FlipFlops haben wir an und in den Wegen gesehen.

Schon an unserem ersten Tag Wandern wurde uns klar, dass wir die richtige Entscheidung getroffen hatten, keinen Porter zu nehmen. Niemand, außer ein paar älteren Leuten und unsere Chinesin hatten einen Porter - diese schämte sich tatsächlich ein wenig (aber am nächsten Tag beschwerte sie sich über ihre viel zu schwere Kamera, die sie besser nicht hätte mitnehmen sollen). Auch Lucy und Lydia, unsere neün Begleiterinnen aus Freiburg, hatten keinen Porter und wahrscheinlich noch schwerere Rucksäcke als wir.

Beim abendlichen Blick auf die Karte und die "schon" gelaufene Strecke stellten wir fest, dass wir die "Fields of Marihuana" verpasst hatten. Vielleicht aber auch nicht?! Denn gleichzeitig bemerkten wir, dass wir von jedem Ort drei verschiedene Höhenangaben hatten. Also nehmt bitte die angegebenen Werte nicht zu ernst, die Höhenangaben sind aus der Karte entnommen, die Kilometerangaben aus einer anderen und teilweise haben wir versucht es an der Karte zu vermessen, weil wir keine Angaben hatten, die Auf- und Abstiegsangaben sind von Laschis Uhr, die sich je nach Wetteränderung schon mal ein Bisschen verrechnet, die Zeitangaben sind nach Uhr und gefühlter Pausenzeit - zumindest haben wir immer dran gedacht die Uhr einzustellen! In Nepal nimmt mans halt nicht so genau...


TAG 3
Do, 20.05.2010
Jagat – Dharapani

Start: Jagat / 1300 m NN / 6:40 Uhr
Ankunft: Dharapani / 1860 m NN / 14:50 Uhr
790 m Aufstieg / 230 m Abstieg
6:10 h Laufzeit / 2:00 h Pause
ca. 15 km

Nachdem wir die Fields of Marihuana doch noch gefunden hatten, reihten wir uns wieder zwischen die Eselskarawanen ein. Vor dem Trek haben wir immer gesagt, wir wollen uns lieber 'nen Esel kaufen, als nen Porter und fragten uns wieviel so ein Esel wohl kosten würde – später erfuhren wir: ca. 10.000 Rupies (110 Euro) für einen ganzen Esel und 25 Rupies pro Kilogramm, wenn man einen beladen möchte (30 Cent pro kg) - die Frage ist nur, wie weit der Esel läuft! Und ob der Esel sein Futter selber trägt ;-)

Neben Eseln konnten wir auch Affen beobachten! Zwar sah man von Weitem meist nur Äste wackeln, aber mit dem Fernglas konnten wir sie gut erkennen :-) Ansonsten gab es leider nicht so viel Wildnis zu sehen. Der Trek verläuft die gesamte Zeit (außer der Pass selbst) durch besiedeltes Gebiet und man läuft einfach von einem Ort zum nächsten. Die Dörfchen sind meist sehr klein und schön und der Traveler bekommt alles was er möchte! Der echte Vorteil am Teahouse-Trekking ist, dass man kein Zelt und Essen mit sich rum schleppen muss, sondern nur ein Bündel Geld!
Leider wird auch in Nepals Bergdörfern die Infrastruktur ausgebaut - Gut für die Nepalis, Schade für die Trekker - denn die ganze Zeit hört man Presslufthammer, die die Straße aus dem gegenüberliegenden Hang hämmern. Dieser sah schon ziemlich verunstaltet aus. Aber das Schlimme ist nicht das Aussehen, sondern der Lärm! Momentan die Bauarbeiten und danach hupende Jeeps, Autos, Busse, Mopeds.
Die Bauarbeiten machten diesen Abschnitt des Treks zudem sehr gefährlich! Die herausgebrochenen Felsbrocken wurden nämlich einfach den Hang herunter gekullert. Einzige Sicherheitsvorkehrung: ein Arbeiter sitzt am anderen Ende der Brücke und hält eine Fahne je nachdem ob gerade jemand vorbeiläuft. Leider sah dieser Jemand so uns, als hätte er gerade diese Pflanze, die hier überall wächst geraucht ... So wurde unser Schritt an manchen Stellen von selbst immer schneller.
Ein weiteren Spurt mussten wir an diesem Tag gegen Ende einlegen, da es anfing zu regnen. Der schwerste Teil dabei war, auf dem dünnen Pfad eine Eselskarawane (die Esel wissen leider oft nicht, wie dick sie mit ihrer Ladung sind) zu überholen. Doch wir schafften es vor dem dicken Regen ins nächste Dorf. Zum Glück hielt der Regen auch nicht allzu lange an, denn in unserem Zimmer tropfte es von der Decke …

Laschi zum Thema "Gebrauch von Regenjacke & Regenhose"
Wieder mal hatten wir Glück mit dem Wetter. Während der Monsun hier Ende Mai langsam anrollt, hat er uns 2 mal für je 5 Minuten erwischt. Morgens war es fast immer klar mit guter Sicht im Manang-Tal und diesig im Jomson Tal. Wenn man es zeitlich schafft bis 15-16 Uhr an der Übernachtungsstelle anzukommen, wird man in der Regel nicht nass. Beide Male, die wir etwas nass geworden sind (Regenjacke auspacken hatte sich nicht gelohnt) waren wir nachmittags kurz vor unserem Tagesziel. Dennoch haben wir einmal zumindest die Regenjacke genutzt: als Windschutz auf dem Weg zum Pass und sogar manchmal in ungeheizten
Räumen in denen man sich nicht bewegt, beim Essen z.B. …

Laschi zum Thema "Schwarzer Tee in Mengen"
Die Lodges werden als Teahouses bezeichnet. Und Tee ist das einzige korrekte Getränk was man trinken kann, da alle anderen Getränke meistens in Plastik verpackt sind, und das Plastik wird nach dem Genuss in der Regel nicht wieder in die Städte transportiert; zudem kosten Cola und Co. viermal so viel wie in der Stadt. Den Tee kann man als Glas ordern oder in einer Kanne, wobei man die Wahl zwischen klein, mittel und groß hat. Die Preise sind höchst unterschiedlich und steigen je höher man kommt und die Größen der Kannen sind noch unterschiedlicher, so dass man nie weiß, was man bestellt und immer erst in der Küche selber nachsehen muss.

Laschi zum Thema "Früh aufstehen, früh schlafen gehen"
Die Sonne und der ständige Hunger zwangen uns immer sehr früh (für uns Urlauber) aus dem Bett. So waren wir eigentlich immer um 6 Uhr wach und freuten uns auf den warmen Tee und die täglichen zwei Eier zum Frühstück. Kaffee gab's unterwegs nur instant. Zum Glück hatte ich noch eine Packung gemahlenen leckeren australischen MountMee Kaffee mit! Wenn wir nachmittags irgendwo ankamen, war es meistens für ein Nickerchen etwas zu spät und so mussten wir uns immer noch 1-2 Stunden bis zum Abendessen gedulden und fielen anschließend mehr oder weniger schlafend vom Stuhl. Also 20:00 Uhr war eine willkommene Schlafenszeit (Grüße an dieser Stelle an Lars und Petra ;-)).


TAG 4
Fr, 21.05.2010
Dharapani – Chame

Start: Dharapani / 1860 m NN / 6:40 Uhr
Ankunft: Chame/ 2670 m NN / 14:50 Uhr
1015 m Aufstieg / 185 m Abstieg
5:40 h Laufzeit / 2:30 h Pause
ca. 16 km

Heute bekamen wir eine super Aussicht auf den nahem 8.000er Manaslu - je höher wir stiegen, um so besser wurde die Aussicht und jedes Mal mussten wir ein neues Foto machen.

Nach dem 3. Wandertag soll man sich an den Rucksack und das ständige Laufen gewöhnt haben! Wir hofften auf den nächsten Tag ... denn die heutige Aussicht auf ein Flusstal, in das wir absteigen, nur um auf der anderen Seite alles wieder hoch steigen zu müssen, war nicht mit Jubelschreien verbunden. Ob das am nächsten Tag besser werden sollte bezweifelten wir! In dem Moment wünschten wir uns nur eine der vielen stählernen Hängebrücken herbei, obwohl diese auch nicht der Hit sind, da man durch die Interferenzen der Schwingungen immer das Gefühl hat, man müsse jeden Schritt zweimal machen. Komisches Gefühl!

Laschi zum Thema "Blasen und stinkende Socken"
In den drei Wochen wurde Trices Onkel oft zitiert und seine Weisheit Trekkingsocken nicht zu waschen bei jeder Gelegenheit weiterverbreitet. Es ist eh praktischer die Socken nicht allzu oft zu waschen, da sie in höheren Lagen wegen fehlender Wärme nicht trocknen und in Tieflagen wegen zu hoher Luftfeuchtigkeit ebenfalls feucht zu tragen wären. Da man mit allen Mitteln versucht Rucksackgewicht zu sparen und so nicht Socken für jeden Tag mit hat, werden Socken eben nur im absoluten Notfall gewaschen. Es ist dabei absolut notwendig die Socken samt Schuhen aus den Schlafräumen auszusperren, da man sonst nach dem Abendessen bei frostigen Nachttemperaturen erstmal das Zimmer lüften muss. Der Vorteil der Socken vor der Tür ist auch, dass man so sein Zimmer im Dunkeln ohne Licht erschnüffeln kann. Der eigentliche Grund, die Socken nicht zu waschen, soll zur verringerten Blasenbildung beitragen. Das konnte jedoch nicht oder nur sehr unzureichend beobachtet werden. Im Prinzip konnte man den Trek in zwei Blasenabschnitte teilen: zwei Wochen bergauf mit Blasen an den Fersen und eine Woche bergab mit Blasen eher an den Zehen. Dank zahlreicher Pflaster und eingelaufener Schuhe sind wir aber recht glimpflich davongekommen, wenn man sich die Bilder der zahlreichen klaffenden Wunden anderer Trekker in Erinnerung ruft.


TAG 5
Sa, 22.05.2010
Chame - Upper Pisang

Start: Chame / 2670 m NN / 8:10 Uhr
Ankunft: Upper Pisang / 3300 m NN / 15:50 Uhr
675 m Aufstieg / 120 m Abstieg
5:40 h Laufzeit / 2:00 h Pause
ca. 14,5 km

Im Laufe des heutigen Tages machte sich zum ersten Mal die Höhenluft bemerkbar. Die Treppen am Ende des Tages von Lower Pisang nach Upper Pisang waren ganz schön anstrengend, doch die tolle Aussicht war die Anstrengung wert!

Laschi zum Thema "Trail ohne Treppen"
Rucksack und Treppen ist sehr anstrengend. Zum Glück hatten wir nur sehr wenige Abschnitte mit Treppen. Meisten waren es kurze sehr steile Stücke. Es ist aber sehr beeindruckend zu sehen, wie viel Zeit und Arbeit in manchen Abschnitten des Treks steckt. Insbesondere vom Poon Hill runter führen endlose Treppen gesäumt mit Dörfern fast 2000 Höhenmeter den Berg runter. Die Treppen sind dabei manchmal sehr ordentlich aus großen Felsplatten gebaut, dies hat sicher Generationen an Arbeit gebraucht und es sind unzählige Eselskaravanen über diese Treppen gelaufen bevor die ersten Touris kamen.

Anstrengend war auch der Spurt, den wir heute einlegen mussten, weil wir vor einer wütenden Steine schmeißenden Nepali Frau davonlaufen mussten ;-P Danach waren wir ganz schön aus der Puste!

Laschi zum Thema "Englischkenntisse der Nepalis"
Viele sprechen erstaunlich gut Englisch. Was wiederum zu Schwierigkeiten bei anderen führt. Stellt man Fragen die mit "Yes" beantwortet werden können, hat man unter Umständen ein Problem. Denn "Yes" ist die Antwort auf alle Fragen die man nicht versteht. "Ist das der richtige Weg? Yes! Hmm, ist das der falsche Weg? Yes! Ahh, OK."


TAG 6
So, 23.05.2010
Upper Pisang – Manang

Start: Upper Pisang / 3300 m NN / 7:00 Uhr
Ankunft: Manang / 3540 m NN / 15:00 Uhr
675 m Aufstieg / 120 m Abstieg
6:00 h Laufzeit / 2:00 h Pause
ca. 19,5 km

Für den heutigen Tag splitteten wir unsere Gruppe auf: die Kranken (Knie & Bauch) nahmen den unteren Weg, die Gesunden, den ca. 3 Stunden längeren Weg mit einem krassen Aufstieg, bei dem sich die dünnere Luft kräftig bemerkbar machte.

Laschi zum Thema "Höhenkrankheit"
Ab 3000 Meter soll man langsam Weitersteigen und möglichst oft rauf und wieder runter gehen um den Körper an die dünnere Luft zu gewöhnen. Alle möglichen schweren Probleme soll man kriegen, wenn man die Höhenkrankheit nicht ernst nimm, es sollen deswegen sogar jedes Jahr einige wenige auf dem Pass sterben. Hinauf zum Icelake sind wir zu viert von 3500m auf 4600m aufgestiegen, Lucy und ich hatten Kopfschmerzen aber erst beim Absteigen und Lucy musste sogar erbrechen. Wobei das auch eine langer Tag war mit zu wenig Wasser und zu viel Sonne. Zum Tilicho Lake sind wir auch ca. 1000m auf 4920m aufgestiegen. Dort waren nur wir beide und ich hatte wieder beim Absteigen Kopfschmerzen. Durch die Nase atmen soll einen an zu schnellem Aufstieg hindern. Wohl dem der 'ne große schmerzunempfindliche Nase hat. Die Luft weiter oben ist zwar dünn aber kalt. Die Mühen wurden aber belohnt, und wir sind gänzlich ohne Kopfschmerzen über den Pass (ca. 5400m) gekommen.

Gegen Ende zog sich der Weg noch ziemlich weit und als ein Dorf in Sicht kam, freuten wir uns, endlich angekommen zu sein ... bis wir rausfanden, dass wir noch ein Dorf weiter mussten. Schlapp machen konnten wir aber nicht, da schließlich die anderen in Manang auf uns warteten.


TAG 7
Mo, 24.05.2010
Manang - Ice Lake – Manang

Start: Manang / 3540 m NN / 8:15 Uhr
Ankunft: Ice Lake / 4635 m NN / 13:30 Uhr
Ankunft: Manang / 3540 m NN / 18:15 Uhr
1170 m Aufstieg / 1170 m Abstieg
7:00 h Laufzeit / 3:00 h Pause
ca. 18 km

Unser längster Wandertag!
Diese Tageswanderung sollte zur Akklimatisierung beitragen, was sie sicherlich auch tat. Leider erging es zweien von uns danach gar nicht gut. Nach einem sehr langen Aufstieg mit super Bergsichten konnten wir ein leckeres Mittagessen in einer kleinen windgeschützten Ecke genießen und ein Nickerchen machen. Beim Abstieg wurden die Kopfschmerzen von Lucy und Andreas immer schlimmer und hatten ihren Höhepunkt bei Ankunft in unserer Lodge, so dass beide sofort ins Bett fielen. Wahrscheinlich atmet man beim runter gehen zu wenig ... hinzu kam, dass wir alle an diesem Tag wahrscheinlich viel zu wenig getrunken hatten.


TAG 8
Di, 25.05.2010
Manang – Kangsar

Start: Manang / 3540 m NN / 12:30 Uhr
Ankunft: Kangsar / 3734 m NN / 14:00 Uhr
255 m Aufstieg / 70 m Abstieg
1:30 h Laufzeit / 0:00 h Pause
ca. 5,5 km

Nach dem anstrengenden Tag von gestern, mussten wir alle erst mal ein wenig regenerieren. So genossen wir die Höhensonne in einer der netten German Bakeries und machten uns erst gegen Mittag, diesmal ohne unsere Begleiterinnen, auf den Weg.

Laschi zum Thema "German Bakeries"
Es war uns schon am Anfang der Reise aufgefallen, es gibt nirgendwo so gutes Brot wie in Deutschland (der Eindruck steht auch noch am Ende der Reise). Auf dem Trek haben wir dann in allen größeren Dörfchen German Bakaries gefunden, die zumindest selbstgebackenes Brot anboten. Da wir in der Nebensaison waren, war das Brot zwar nicht immer frisch, aber die Zimtschnecken sehr, sehr lecker. Seid stolz auf eure Backwaren, während die Schweizer bei Hotels (SwissAlps Lodge), die Italiener bei den Restaurants die Franzosen bei den Fritten (Frensch Fries) namensgebend sind, sind wir es wenigstens bei den Bäckereien.

Laschi zum Thema "Wanderstock"
Die zwei Wanderstöcke sind uns ans Herz gewachsen. 30 Rupies haben wir pro Stock bezahlt, als uns gesagt wurde, dass wir für die steilen Hänge auf dem Weg zum Tilicho-Lake so was brauchen werden. Ein drittes Bein hat sich sehr bewährt während des Treks, nicht nur für mehr sicheren Halt an steilen Hängen sondern auch bergauf bei brennenden Waden konnte man den Stock gut zur Unterstützung heranziehen. Froh waren wir auch, dass wir das gute alte Holz gewählt haben (aus Sparsamkeit zunächst) sahen wir zahlreiche getapete  und gebrochene Leki-Stöcke, hier ist halt nichts original außer Holz.


TAG 9
Mi, 26.05.2010
Kangsar - Tilicho Base Camp

Start: Kangsar / 3734 m NN / 7:15 Uhr
Ankunft: Tilicho Base Camp / 4150 m NN / 10:50 Uhr
520 m Aufstieg / 170 m Abstieg
3:20 h Laufzeit / 0:15 h Pause
ca. 8 km

Nach dem Blick auf den am Morgen gefallenen Neuschnee mochte ich schon gar nicht los laufen, da die heutige Strecke als eine der gefährlichsten auf dem ganzen Trek galt. Der Weg geht über ein Geröllfeld und man sollte es bei wenig Wind (also morgens) und gutem Wetter überqueren, da sonst hohe Steinschlaggefahr droht. Die Abrutschgefahr ist jedoch viel erschreckender! Teilweise mussten wir das Geröllfeld ohne vorhandenen Weg überqueren - man konnte nur die Spuren der Vorgänger erkennen und natürlich das Ziel dahinter. Meist waren diese Stellen zwar nur sehr kurz, vielleicht 2 bis 5 Meter, aber die Sicht nach unten und die Tatsache, dass man mit jedem Schritt ein paar Zentimeter den Hang mit herunter rutschte machten das Ganze ein bisschen "scary"! Dank unserer Wanderstöcke hatten wir jedoch ein drittes Standbein und eigentlich war das ganze überhaupt kein Problem - man muss halt nur gerade aus schauen!


TAG 10
Do, 27.05.2010
Tilicho Base Camp - Tilicho Lake - Tilicho Base Camp

Start: Tilicho Base Camp / 4150 m NN / 6:15 Uhr
Ankunft: Tilicho Lake / 4990 m NN / 9:00 Uhr
Ankunft: Tilicho Base Camp / 4150 m NN / 11:50 Uhr
920 m Aufstieg / 920 m Abstieg (+ unser 1. 5000er!)
4:40 h Laufzeit / 0:45 h Pause
ca. 11 km

Noch ein Tagesausflug zur Akklimatisierung.
Nach einem frühen Start und ca. drei Stunden die Moräne hochkrakseln erreichten wir den als höchsten der Welt bezeichneten See, den Tilicho Lake (4920). Nach kurzer Pause bei besten Aussichten auf die umliegenden Berge und den teils gefrorenen See juckten uns schon wieder die Füße ... denn der nächstgelegene Berg sollte über 5000 Meter sein! So musste unser eigentlich jetzt schon wohlverdientes Snickers noch warten, bis wir unseren ersten Fünftausender bestiegen hatten. Der Weg war noch viel länger als er aussah und Andreas Kopf machte sich auch schon bald wieder bemerkbar, doch die Aussicht und das Snickers ließ ihn alles ertragen ;-) Beim Abstieg wurden die Kopfschmerzen wieder schlimmer, so dass wir den Nachmittag im warmen Bettchen verbrachten. Hätten wir die ganze Zeit im "Dining Room" verbracht, wären wir wahrscheinlich erfroren! Wir hatten alles an, was wir mit hatten inkl. Regenjacke und uns war immer noch kalt!


TAG 11
Fr, 28.05.2010
Tilicho Base Camp – Ledar

Start: Tilicho Base Camp / 4150 m NN / 6:30 Uhr
Ankunft: Ledar / 4200 m NN / 15:35 Uhr
830 m Aufstieg / 745 m Abstieg
6:00 h Laufzeit / 3:00 h Pause
ca. 20 km

Heil zurück übers Geröllfeld kamen wir in einem kleinen Dorf an, wo wir nicht mehr weiter wussten ... Wir sahen keinen Trail und konnten niemanden fragen, da das Dorf mit Kühen und Kälbern bewohnt war. Zwei andere Trekker, eine Deutsche und ein Spanier, wiesen uns den Weg und im nächsten Dorf waren wir mit ihnen alleine unter Einheimischen - es war als wären uns durch unseren Abstecher zum See alle anderen Trekker davongelaufen, niemand mehr da! Manchmal kann trekken in der Nebensaison ganz schön einsam sein...

Laschi zum Thema "Travelquoten"
Die Deutschen sind wieder einmal vorne mit dabei. Aus den Statistiken in den wenigen Infocentern geht hervor, dass auf Platz 3 der Trekker auf dem Annapurna Cirquit die Deutschen sind, Platz 2 belegen die Israelis und auf Nummer eins sind die Franzosen. Aus einigen Bemerkungen der Wirte geht hervor, dass zumindest 2. und 3. Platz getauscht werden müsste was die Reihenfolge der geschätzten Gäste angeht. Dabei waren wir ziemlich allein unterwegs, da im Mai gerade ca. 900 Besucher verzeichnet werden, während im Oktober mehr als 5000 hier sind. Gleichzeitig sind wir unmittelbar nach Streiks in Kathmandu aufgebrochen, die zusätzlich viele Touristen vertrieben haben (davon wussten wir nichts bei Anreise). Viele Lodges hatten geschlossen und auf manchen Abschnitten hat man sich schon ziemlich allein gefühlt.


TAG 12
Sa, 29.05.2010
Ledar - Thorung Phedi

Start: Ledar / 4200 m NN / 9:25 Uhr
Ankunft: Thorung Phedi / 4540 m NN / 11:25 Uhr
320 m Aufstieg / 15 m Abstieg
2:00 h Laufzeit / 0:00 h Pause
ca. 5 km

Die letzte Etappe vor dem Pass
Eine kurze Etappe! Eigentlich wollten wir noch bis zum Highcamp weiter laufen, eine Übernachtung dort wird jedoch nicht empfohlen, da es auf knapp 5000 m liegt. Außerdem trafen wir in Thorung Phedi auf unsere beiden Begleiterinnen, die es aus gesundheitlichen Gründen noch nicht über den Pass geschafft hatten und beschlossen das letzte Stück gemeinsam zu leisten! So konnten wir den letzten Tag noch ein wenig ausruhen und uns mental vorbereiten (also Essen und Karten spielen) ;-)

Das Abendessen oder vielleicht auch das Frühstück lag Andreas und mir schwer im Magen und wir gingen beide mit Bauchkrämpfen ins Bett... Keine guten Aussichten!


TAG 13
So, 30.05.2010
Thorung Phedi - Thorung La Pass – Muktinath

Start: Thorung Phedi / 4540 m NN / 5:15 Uhr
Ankunft: Thorung La Pass / 5416 m NN / 9:05 Uhr
Ankunft: Muktinath / 3760 m NN / 14:20 Uhr
825 m Aufstieg / 1620 m Abstieg
6:00 h Laufzeit / 3:00 h Pause
ca. 16 km

Die guten Aussichten hielten sich tatsächlich in Grenzen, die Bauchschmerzen dagegen waren zum Glück weg! Eine Stunde stiegen wir in dickstem Nebel hoch zum Highcamp, aber nach einem heißen Tee dort oben verzog sich der Nebel, die Sonne setzte sich durch und die Stimmung stieg. "Ist doch gar nicht mehr so weit!" Von den Höhenmetern her hatten wir tatsächlich schon einiges und auch das Schlimmste schon geschafft, doch laut Lonely Planet sollte das letzte Stück bis zum Pass sich ganz schön ziehen... Also verfielen wir wieder in unseren Trott - laufen und atmen bzw. schnauben! Und siehe da, plötzlich waren wir schon da :-)

Super Gefühl oben angekommen zu sein! Die Akklimatisierung hatte sich gelohnt, wir hatten keine Kopfschmerzen, keine Probleme! Nur ein bisschen kalt war's dort oben und wir suchten hinter den Gebetsfahnen Schutz vor dem Wind. Als auch Lucy und Lydia eintrafen wurde noch lecker gepicknickt (gevespert, wie man in Freiburg sagt) und dann machten wir uns an den langen Abstieg... Der Abstieg war tatsächlich viel schlimmer als der Aufstieg, wir hatten's ja schon geahnt! Nach so vielen Tagen immer berg hoch waren wir Berg ab gar nicht gewöhnt und schon bald bildeten sich die ersten Blasen. Ausserdem wollte die Hütte zum Mittagessen nicht in unser Blickfeld kommen - der Weg schien endlos! Als wir sie irgendwann erspähten wurden die Schritte wieder schneller, die Müdigkeit jedoch liess nicht wirklich nach. Die Mittagspause tat gut, und nach einer weiteren Stunde kamen wir endlich in Muktinath an und ich fiel aufs Bett und ließ allen anderen den Vortritt beim Duschen.

KO aber glücklich genossen wir den Rest des Tages auf der sonnigen Terrasse und fragten uns, wie es jetzt, nachdem wir den Pass ja geschafft hatten weiter gehen sollte. Laufen wir weiter oder nehmen wir den Bus?


TAG 14
Mo, 31.05.2010
Muktinath – Jomsom

Start: Muktinath / 3760 m NN / 9:45 Uhr
Ankunft: Jomsom / 2800 m NN / 15:00 Uhr
230 m Aufstieg / 1090 m Abstieg
4:15 h Laufzeit / 1:00 h Pause
ca. 19 km

Bis Jomson läuft normalerweise jeder, obwohl es inzwischen auch eine Strasse bis Muktinath gibt. Um diese Strasse bzw. Staubpiste zu umgehen entschieden wir uns für... eine kleine Abkürzung oder einen kleinen Umweg, das ist hier die Frage?!
Problem dabei war, dass wir erst ein Stück hoch mussten und wir uns doch alle schon darauf eingestellt hatten nur noch runter laufen zu müssen. Bei diesen 200 Höhenmetern funktionierte plötzlich meine Durch-die-Nase-atmen-Technik nicht mehr und ich kam völlig erschöpft oben an. Danach mussten wir dann wirklich nur noch runter, mal eben 1000 Höhenmeter - da taten die frischen Blasen vom Vortag wieder tierisch weh...
Unser wohl günstigstes Mittagessen auf dem ganzen Trek bekamen wir auf der Dachterrasse eines Einheimischen serviert, da es in diesem Ort weder Lodges noch Restaurants für Touris gab, er aber die Zeichensprache für "Happen essen" verstand ;-) Wir nahmen auf einem auf dem Boden ausgebreiteten Teppich platz und warteten gespannt, was wir wohl serviert bekommen würden. Raga Soup, hatte er gesagt. Suppe ist gut, haben wir gedacht. Raga Soup war dann eine Instant-Nudelsuppe (der Marke Raga) mit frischem Gemüse - sehr lecker!
Nach dieser Stärkung mussten wir noch ein wenig durch ein Flussbett weiter laufen bis wir auf die Strasse trafen. Dieser Anschnitt der Strasse war mit Abstand der schlimmste und schreckt somit wahrscheinlich viele Touris vom weiter laufen ab. Starker Gegenwind und der viele aufgewirbelte Staub machten diesen Abschnitt etwas anstrengend und wir waren froh, als wir in Jomson ankamen!

Laschi zum Thema "über Straße laufen"
Es ist kein Wunder, dass wahrscheinlich die meisten Trekker in Jomson, dem zweiten Stop nach dem Pass, den Trek mit einer Busfahrt oder einem Flug in die nächste größere Touristenstadt Pokera beenden. Denn der Abschnitt Muktinat bis Jomson stellt sich als der "ungemütlichste' Tag des Treks dar. Im tiefsten Tal der Welt, zwischen zwei 8000+ Gipfeln läuft man hier im Tal unter 3000m. Ab Mittag saugen die aufsteigenden warmen Luftmassen die Luft das Tal hinauf (wie im Kamin). D.h. man hat einen stetigen starken Gegenwind. Da das Tal hier gänzlich aus trockenem Flussbett besteht, in dem zudem eine wenn auch dünne aber staubige Straße gebaut wurde, läuft man nicht nur gegen einen heißen sondern auch gegen einen staubigen und mit kleinen Steinchen versehenen Gegenwind an.

Wir hatten uns trotz des negativen Erlebnisses entschlossen, den Trek zu Fuß zu beenden und wurden dafür belohnt. Im weiteren Verlauf muss man nur kürzere Abschnitte über die Straße laufen, meistens ging es durch schattige Wälder und es wurde durch die anwachsende Vegetation auch deutlich weniger windig. Die Straße an sich war, wenn wir sie benutzen mussten, immer in einem deutlich schlechteren Zustand als die Eselspfade und schmalen Trails, die wir sonst laufen konnten. Die unebene und aus viel groben Geröll bestehende Straße hatte aber so zumindest eine verkehrsberuhigende Wirkung.
Nach zwei Wochen quasi ohne Fleisch hatten wir schon vor Ankunft in Jomsom ein Guesthouse aus dem Lonely Planet ausgewählt, in dem es lecker Kuchen und Yak-Steak geben sollte. Den Kuchen durften wir bei Ankunft auch sofort probieren - wohl eine Masche um die hungernden Touris nicht mehr wegzulassen ;-) Wegen des verlockenden Essensangebot blieben wir dann auch dort. Der Service und die Nettigkeit (wir mussten uns von der 10jährigen Tochter umher scheuchen lassen) ließen allerdings im Laufe des Abends nach - scheinbar gab's ein wenig Stress in der Küche oder eher zwischen Mutter und Tochter (Was geht hier nur in der Hauptsaison ab?). Ein kleines Beispiel: Um unser Steak essen zu dürfen mussten wir uns an einen anderen Tisch setzen, angeblich weil dort besseres Licht sei... kaum umgesetzt, viel der Strom aus und wir mussten unser Steak bei Kerzenschein essen ;-)

Laschi zum Thema "Kein Fleisch"
Während des Treks ist man unfreiwillig zum Vegetarier geworden. Fleisch, meist Hühnchen war zwar oft in Gerichten zu haben, es war aber im Vergleich zu vegetarischen Gerichten viel teurer, auch wenn es trotzdem immer unter 5 Euro pro Essen war. Mit Fleisch kann man aber eine Menge falsch machen in Gegenden ohne Strom oder nur manchmal Strom und damit Kühlung. Knochensplitter, zähes, mageres Fleisch und die Gefahr ließen uns mehr Ei und Käse essen als Fleisch. Das erste Steak lockte in einem renommierten Lokal in Jomson: Es versprach 200 gr. Yaksteak. Bekommen hatten wir ein Stück Fleisch, dass eher wie gepresstes Hackfleisch aussah. Nach drei Wochen ohne Fleisch hat es dennoch gut geschmeckt. Nach einer weiteren Woche waren wir in Pokara angekommen, hier sollten wir dann endlich richtig fürs Fasten belohnt werden. Fleisch extra aus Kalkutta eingeflogen (nur für die Touristen), und es war gutes dickes, saftiges Rindfleisch.

Laschi zum Thema "Essen"
Kulturbanausen sind wir nur was Städte angeht. Natürlich haben wir das einheimische Essen nicht gescheut und haben viele Spezialitäten aus Tibet probiert:

Tibetisches Brot: groß und rund wie ein Teller und ca. 2cm hoch, mit größeren Lufteinschlüssen wird dieses Brot scheinbar frittiert, ist knusprig golden und ein wenig fettig. Hat sich je nachdem welches Brot/Luft-Gemisch als lecker und sättigend erwiesen.
 
Tsampa Porridge: Porridge mit Obst und einem Gemisch, das wie Beton aussah und auch so satt machte. Lecker war es schon, vermutlich etwas mit Mais und Banane oder was anderem Süßen, aber wenn man nach einer halben Portion satt war, war man auch nach 2 Stunden um so hungriger.

Omelette gab’s fast immer zum Frühstück, weil es lecker war und günstig. Kartoffeln, insbesondere Bratkartoffeln sind immer super gewürzt und auch günstig gewesen, war die Hauptnahrung abends.

Momo's Teigtaschen groß wie halbe Hühnereier, gefüllt mit Käse, Kartoffeln und Grünzeug mit lecker Dippsauce waren auch immer lecker, nur nie so viel, dass man satt wurde.

Seabuckthorn Juice: wer diesen Namen erfunden hat, haben wir nicht rausgekriegt. Es sind auf jeden Fall kleine, orangene Beeren die überall im Hochland wachsen und nur da. Sehr süß soll der Saft mit die höchste Vitaminkonzentration haben, was sehr willkommen war, denn sonst hat man nicht viel Grünes und Vitaminreiches auf dem Weg gekriegt.

Dal Baht ist weißer Reis mit Curry-Kartoffel-Gemüse und einer Linsensuppe, das Nepali-Essen überhaupt. Nicht immer sehr lecker aber überall zu haben wird dieses Gericht genutzt die Preise zu vergleichen. Was kostet hier der Dal Bhat?

Leckere Suppen: speziell für mich die Zwiebel-Knoblauch-Suppe sehr lecker und bestimmt nicht in Deutschland erhältlich und für Patricia die Tomatensuppe. Das interessante an Suppen ist, dass man nirgendwo die selbe kriegt, die Konsistenz schwankt zwischen cremig und salziges Wasser bei ein- und derselben Suppe in verschiedenen Lokalen.

Jak-Cheese: sagt man hier, wenn man ein Foto machen will; schmecken tut dieser recht stark, aber lecker.


TAG 15
Di, 1.06.2010
Jomsom – Larjung

Start: Jomsom / 2800 m NN / 7:30 Uhr
Ankunft: Larjung / 2550 m NN / 14:30 Uhr
305 m Aufstieg / 485 m Abstieg
5:30 h Laufzeit / 1:30 h Pause
ca. 17 km

Ganz alleine mussten wir nun weiter trekken... Alle anderen nahmen Bus oder Flugzeug zurück nach Pokhara :-(
Prompt haben wir uns erst mal verlaufen und mussten den nächsten Hang über Eselspfade hochkrakseln und der von weitem erkennbare Trail stellte sich bei näherer Betrachtung als Wasserlauf heraus... Unser Ziel erreichten wir trotzdem und nur das allerletzte Stückchen mussten wir über Straße laufen, diesmal zum Glück aber ohne Wind und mit wenig Staub!


TAG 16
Mi, 2.06.2010
Larjung - Rupse Chhahara

Start: Larjung / 2550 m NN / 8:00 Uhr
Ankunft: Rupse Chhahara / 1615 m NN / 16:15 Uhr
170 m Aufstieg / 1070 m Abstieg
6:15 h Laufzeit / 2:00 h Pause
ca. 19 km

Der erste Teil der heutigen Wanderung ging durch das Flussbett mit vielen kleinen "seasonal bridges", der zweite Teil ging steil Berg ab, der dritte Teil zog sich endlos, da die von uns als Endpunkt auserkorenen Dörfer alle nur schäbige Lodges hatten und wir so immer weiter laufen mussten. In der tiefsten Schlucht der Welt (zwischen den zwei 8000ern Daulagiri und Annapurna I) fanden wir dann eine schöne Lodge am rauschenden Wasserfall - die Waterfall Lodge! Idyllische Lage mit schöner Aussicht, das Rauschen des Wassers übertönte das Hupen der Autos und die Hänge... ein Meer aus Marihuana-Pflanzen ;-)

Laschi zum Thema "Police Checkpost"
Es gibt Polizei-Kontrollstellen und Nationalpark-Kontrollstellen, beide wollen die erforderlichen Papiere sehen, die man sich besorgen muss, um hier Wandern zu gehen. Kurios waren meist die Checkposten, offensichtlich gelangweilt reden die Angestellten hier sehr viel, zeigen männlichen Touristen Pornos auf den Handys oder kleben sich lange Fingernägel an (als Mann).


TAG 17
Do, 3.06.2010
Rupse Chhahara – Shikha

Start: Rupse Chhahara / 1615 m NN / 8:00 Uhr
Ankunft: Shikha / 1935 m NN / 15:30 Uhr
725 m Aufstieg / 390 m Abstieg
4:45 h Laufzeit / 2:45 h Pause
ca. 17 km

Durch den verlängerten Tagesmarsch von gestern kamen wir schon nach zwei Stunden in Tatopani an. Von hier aus sollte es nun wieder hoch gehen zum Poon Hill... Bei dem Gedanken jedoch wurden meine Beine mit jedem Schritt müder. Andreas Witz, dass wir uns jetzt ja entscheiden müssten, ob wir dort hoch laufen oder lieber den Bus nehmen fand ich in dem Moment gar nicht witzig, wollte ich doch gerade nur schlafen. Nach einer zweistündigen Pause im Schatten und einem kühlen Getränk konnte ich neue Energie tanken und wir brachen erneut auf. Die Aussicht ließ leider zu Wünschen übrig und wir hofften auf Regen, der die Diesigkeit wegwaschen sollte, damit wir oben auf dem Berg auch etwas sehen können! Die Hälfte des Berges schafften wir noch, der Regen blieb leider aus und die Sicht wurde noch schlechter.


TAG 18
Do, 3.06.2010
Shikha – Ghorepani

Start: Shikha / 1935 m NN / 8:30 Uhr
Ankunft: Ghorepani / 2860 m NN / 12:10 Uhr
945 m Aufstieg / 45 m Abstieg
3:25 h Laufzeit / 0:15 h Pause
ca. 10,5 km

Die zweite Hälfte des Berges schafften wir schnell, da es sowieso nichts zu sehen gab (schlechte Sicht) und wir am Ende sogar noch ein wenig gescheucht wurden... das Grollen und Grummeln wurde immer lauter, der Wind immer kühler und am Ende fielen die ersten Tropfen, so dass wir die erst beste Lodge nahmen und den Rest des Tages mit Lesen im Dining Room bei immer noch schlechter Sicht verbrachten.

Laschi zum Thema "Duschen, Toiletten- & Papier"
You have Hot Shower? Yes! Mist schon wieder Frage falsch gestellt. Das Wasser in den Bergen ist richtig kalt. Wird es in einen schwarzen Tank gefüllt ist es nur noch kalt, gilt aber schon als warm. Meist muss man sich mit einer mehr oder weniger kalten Dusche begnügen, was kein Problem darstellt, wenn man nicht zu weit oben ist. Will man bei einstelligen Außentemperaturen über 4000m nicht kalt duschen, muss man nach einem Eimer mit warmen Wasser fragen, der manchmal etwas kostet und manchmal nicht. Ein Vergnügen ist es trotzdem nicht, sich mit lauwarmen Wasser aus dem Eimer zu waschen und dabei in einem zugigem Holzverschlag zu stehen. Die Toiletten sind Plumpsklos, meist zum auf dem Boden hinhocken, wie man sie auch aus dem Süden Europas kennt. Nicht gemütlich, aber das sind öffentliche Toiletten nie, aber gut sauber zu halten. Toilettenpapier ist so teuer wie ein halbes Abendessen und natürlich auf keiner Toilette vorhanden, es sei denn ein Touri hat es liegen lassen.


TAG 19
Fr, 4.06.2010
Ghorepani - Poon Hill – Birethanti

Start: Ghorepani / 2860 m NN / 5:00 Uhr
Ankunft: Poon Hill / 3193 m NN / 5:45 Uhr
Ankunft: Birethanti / 1025 m NN / 15:25 Uhr
390 m Aufstieg / 2100 m Abstieg
6:20 h Laufzeit / 4:00 h Pause
ca. 20 km

Im Morgengrauen brachen wir auf, obwohl der dicke Nebel immer noch keine gute Sicht versprach. Doch da wir bisher immer für frühes Aufstehen belohnt worden sind konnten wir uns aufraffen und die eine Stunde Treppen laufen zum Poon Hill leisten. Oben wurden wir tatsächlich belohnt, da wir uns zeitweise über den Wolken befanden. Uns selbst mit einem heißen Tee belohnen konnten wir dagegen nicht, da wir kein Geld dafür mit hatten ;-( Doch den komischsten Sonnenaufgang unserer Reise konnten wir auch ohne Tee genießen: die Sonne kam als Scheibe mit einer abgebissenen Ecke hinter den Bergen hervor ;-)

Irgendwann verschwand der gesamte Poon Hill mitsamt der umliegenden Berge wieder im Nebel und wir stiegen ab um unser Frühstück zu genießen.

Nach dem Frühstück stand uns die finale Etappe bevor - knapp 2000 Höhenmeter runter! Die berühmten 3000 Stein-Stufen brachten uns dann auch noch unseren letzten Muskelkater, da wir auf den vielen Wanderungen unserer Reise raus gefunden hatten, dass Treppen runter laufen den Knien weniger weh tut als langsam gehen...

Laschi zum Thema "Einheimische Porter tragen alles auf dem Kopf"
Große Bambuskörbe, Säcke, Käfige sind die gebräuchlichen Utensilien, um Waren zu transportieren. Dabei wird alles mit einem Band so befestigt, dass das Gewicht auf dem Rücken liegt (Träger lauft sehr gebückt) und über den Kopf geht eine Schlaufe die das Gewicht vom Abrutschen sichert. Selbst moderne Trekkingrucksäcke werden so modifiziert, dass man das Gewicht nicht mit den Hüften hält sondern mit dem Kopf. Manche Träger sind von hinten vor lauter Waren nicht zu sehen, von Hühnern über die halbe Baumarktausstattung bis hin zu Menschen - alles wird hier auch von Menschen transportiert. Genauso oft sieht man auch Eselskaravanen, die Waren durch die Täler ohne Straßen transportieren.


TAG 20
Fr, 4.06.2010
Birethanti - Nayapul (- Pokhara)

Start: Birethanti / 1025 m NN / 7:55 Uhr
Ankunft: Nayapul / 1070 m NN / 8:30 Uhr
30 m Aufstieg / 35 m Abstieg
0:30 h Laufzeit / 0:05 h Pause
ca. 1 km

Nach unserem letzten Trekker-Frühstück wanderten wir den letzten Kilometer und passierten den letzten Police-Checkpoint, wo wir schweren Herzens unsere Wanderstöcke zurück ließen. Der Bus nach Pokhara war proppenvoll und wir wurden diesmal unfreiwillig aufs Dach verfrachtet. Nach ca. eineinhalb Stunden Busfahrt, bei der sich die Eisenstangen in unsere Hintern gebohrt hatten mussten wir plötzlich runter vom Dach und niemand durfte mehr oben drauf mitfahren. Das hiess also, dass die über 10 Leute vom Dach sich noch mit in den Bus qütschen mussten. Drei Nepalis hingen aus der Tür, alle anderen standen dicht an dicht im Gang - alles ganz normal! Da die Nepali Busse aber für kleine Leute gemacht sind war Andreas der Einzige, der nicht richtig stehen konnte und sich ständig den Kopf stieß (sogar ich hatte nicht auf Zehenspitzen stehen können!) und da sein Magen Bus fahren sowieso nicht gerne mag war ihm natürlich bei Ankunft in Pokhara richtig schlecht - tja, da hört unser Trek so auf, wie er angefangen hat ;-)

Laschi zum Thema "Guide Porter"
Wir haben uns schon vor dem Trek ein wenig schlau gemacht und entschlossen, dass wir keinen Guide brauchen werden und auf einen Porter wollten wir auch verzichten, da wir das Tragen unserer Sachen als Herausforderung sehen wollten. In Kathmandu hat unser Hotelier sein Bestes getan, um uns vom Gegenteil zu überzeugen, wir haben gezweifelt, aber sind doch bei unserem ersten Entschluss geblieben, zum Glück. Wir sind ein einziges Mal in einem verlassenen Dorf, das ausschließlich von Kühen bewohnt war, in Zweifel über den richtigen Weg gekommen, sonst war alles immer entweder gut ausgeschildert oder es hat sich immer jemand gefunden der in die richtige Richtung zeigte, wenn man ihm einen Städtenamen sagte. Einige Gruppen haben wir mit Porter gesehen, wobei das immer sehr merkwürdig aussieht wenn insbesondere übergewichtige Touris sich schweißgebadet mit Minirucksack den Berg hoch kämpfen und dahinter ein Träger der 50 Kilo wiegt mit einem überdimensionalen Rucksack der 80 Kilo wiegt folgt (ohne zu schwitzen). Nach drei, vier Tagen gewöhnt man sich an das extra Gewicht und wenn man leicht packt, ist es wirklich kein Problem, seinen Rucksack selbst zu tragen.

Laschi zum Thema "Aufgebraucht - Alles weg"
Alles was man aufbraucht, muss man nicht über den Pass schleppen, außer Toilettenpapier. So wurde der Tee leer gemacht, der Kaffee und der Zucker. Auf dem Trip haben endlich die Wasseraufbereitungspillen aus den USA, die Sonnencreme und die vielen Pflaster, die wir mit uns rumgeschleppt haben, verbraucht. Die Bücher, die wir mithatten, ließen wir nach dem Lesen in den Lodges zurück. Trice hat den Ketchup und manchmal auch den Honig in den Teahouses fast immer leer gemacht :-). Alle unsere Klamotten trugen wir nach dem Zwiebelsystem - am Ende waren die ziemlich dreckig.


Nach dem Trek
Sa, 5.06.2010 – Fr, 11.6.2010
Pokhara / Kathmandu

Die restlichen Tage in Pokhara und Kathmandu verbrachten wir mit nicht viel tun und Essen...


Zusammenfassung:

20 Tage Tour / 18 Tage Trek

min 840m NN / max 5416 m NN
11605 m Aufstieg gesamt / 10855 m Abstieg gesamt
91:20 h Laufzeit (3 Tage / 19 h / 20 min ;-))
ca. 270 km

Der Trek war eine super Erfahrung!


Auf dem Flug von Kathmandu nach Bangkok konnten wir dann auch noch einen etwas diesigen aber trotzdem sehr beeindruckenden Blick auf den höchsten Berg der Welt erwischen :-)



Mt Everest (Blick aus dem Flugzeug)

 

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