.:. Reiseberichte ..........................................................................................................................................
Eindrücke Peru |
| hinzugefügt von Kilian am 09 Oct 2009 um 00:01 |
Nachdem wir das reiche Extrem in den USA (Hollywood, Bel Air, Beverly Hills) als letztes in LA gesehen haben, versetzt uns der Flug LA-Lima in eine völlig andere Welt.
Wir waren heilfroh, dass wir vom Flughafen abgeholt wurden, denn die Fahrt ins Zentrum Limas zeigt recht eindrucksvoll wie arm speziell die Randgebiete Limas sind. Nachts ist hauptsächlich die Polizei unterwegs. Vor den etwas besseren Häusern steht so gut wie immer eine Securitykraft, manchmal sogar mit Maschinenpistolen bewaffnet. Einfache Lehmhäuser mit Wellblechdach ohne Glas in den Fenstern scheinen etwas fremd in einer Hauptstadt, aber am Rand der Stadt wohnen die Ärmsten der Armen ganz Perus mit der Hoffnung in der Stadt etwas Geld machen zu können. Sobald die Häuser normalen / westlichen Vorstellungen gleichen sind sie immer mit hohem Zaun, Strom oder Stacheldraht gesichert.
Nach dem ersten Schreck hatten wir dennoch eine tolle, entspannte Zeit in Lima. Denn wir wurden herzlich in der Familie von Patricias Onkel aufgenommen. Wir ließen uns von Mary und ihrem Freund Nico die schönsten Seiten Limas zeigen, durften peruanische Spezialitäten wie Anticucho (gebratenes Rinderherz, sehr zart und lecker), Cervice (roher Fisch in Zitronensaft), Pisco Sour (spezieller Alkopop) und diverse andere Leckerein probieren, haben uns Museen, Wasserparks, reiche Stadtviertel, alte Stadtviertel zeigen lassen und hatten immer eine Art privaten Fremdenführer. Vielen Dank an dieser Stelle noch mal an Petra, Mary & Nico, Sammy und Steven (Edelhard), es war eine sehr schöne Zeit!!!
Zweite Station auf dem Weg nach Machu Picchu war Cusco, eine große und in der Geschichte der Inka wichtige Stadt. Auf dem Weg mit dem Bus wird man wirklich erschlagen von dem vielen Müll, der hier überall die Ränder der Straßen in einer dicken Schicht säumt. Die Leute schmeißen einfach Tüten und alles andere aus dem Fenster. Besonders schlimm wird es in Siedlungen, hier sammelt sich Haushaltsmüll mit Öllachen und allem was sonst in der Tonne landet, garniert mit dem einen oder anderen überfahrenen Streuner an den Straßenrändern.
Erst in den Zentren der Städte, wenn man nach einer Weile die Eindrücke der Fahrt verdrängt, fängt man an sich wohl zu fühlen. Dazu tragen natürlich die Preise erheblich bei: 10 Euro pro Nacht oder weniger für ein anständiges Zimmer und 5 Euro für ein Essen mit zwei oder drei Gängen im Restaurant.
Nach Machu Picchu hatten wir eine Tour gebucht: 1 Tag MTB Downhill durch den Dschungel, 2 Tage Wandern und am 4. Tag Machu Picchu. Der Dschungel war noch etwas trocken, aber man hat an einigen Stellen doch einen guten Eindruck gekriegt, was richtiger Dschungel ist, u.a. ist nahezu jede Körperstelle von Moskito zerstochen trotz Autan! Auf der MTB-Tour musste man trotz nur bergab sich anstrengen, da es größtenteils Schotterpiste war und man doch recht schnell wurde (ein Mädel aus der Gruppe hat sich das ganze Gesicht mit dem Schotter umarrangiert). Geschlafen wurde in Lodges, die sehr gemütlich und sauber waren und gutes Essen boten. Die Wanderung war sehr anstrengend, da wir trotz Warnungen unsere großen Rucksäcke mit hatten (der Kleine hätte auch nicht gereicht) und diese bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit relativ weit raufschleppen mussten. Belohnt wurden wir mit tollen Aussichten (ohne Müll) auf Dschungel, wilde Flüsse, Berge, Coca-, Kaffee- und Bananenplantagen, urige Dörfchen und einem Bad in einer Warmwassertherme.
Machu Picchu spricht natürlich für sich, um 4 Uhr morgens sind wir aufgestanden um bei Sonnenaufgang oben zu sein. Trotzdem waren wir relativ weit hinten in der Schlange derer die rein wollten. Nach einer interessanten Führung haben wir das Gelände auf eigene Faust erkundet, sind bei den Wächtern negativ aufgefallen, weil man nicht überall herlaufen durfte, und sind anschließend noch auf den Montaña Machu Picchu (war sehr anstrengend, fast nur Treppen) gestiegen.
Nach der 4-Tagestour ging’s weiter nach Puno am Titicacasee. Auf dem Weg das bekannte Bild, Armut und Müll. Ich hatte schon Angst, dass der auf 3800 m über Meereshöhe und 5 mal so groß wie der Bodensee große See recht "verbraucht" daherkommt. Aber in Puno angekommen erstrahlt der See in einem Blau, dass man meint man wäre am Mittelmeer auch die Ausmaße sprechen eher für’s Mittelmeer.
Auf dem Titicacasee leben Indianer auf schwimmenden Inseln aus Schilf. Diese sind so groß wie halbe Fußballfelder und beherbergen ganze Familien, samt Fischzucht, kleinen Hütten zum Kochen, Essen und Schlafen. Die Inseln müssen immer weiter gebaut werden, da das untere Schilf langsam verrottet. Wenn man auf den Inseln steht bewegt sich der ganze Boden wellenartig und man fühlt sich, als stünde man auf einem Heuhaufen mitten auf dem Wasser.
Eine Fahrt mit dem Boot zu den schwimmenden Inseln und zu zwei recht ursprünglichen Landinseln (Isla de Amantani und Isla de Taquile) zeigen etwas touristisch hergerichtet das Leben der Inka, wie es früher war. Eine Nacht verbrachten wir in einem Gasthaus auf der Isla de Amantani und mussten abends in traditionellen Gewändern traditionelle Tänze tanzen. Die Inseln waren sehr schön, die gesamte Tour hatte aber was von einer Kaffeefahrt, da man überall teilweise wirklich peinlich genötigt wurde Stickerein oder andere Touri-Artikel zu kaufen. Wir konnten widerstehen - denn schließlich können wir den ganzen Kram nicht 1 Jahr lang schleppen!
Nun haben wir noch ein entspannten Tag in Puno und fahren morgen weiter nach Copacabana (auch am Titicacasee) und von da aus noch mal Richtung Dschungel, diesmal hoffentlich mit ein paar Tieren...
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